Erfolgsgeschichten

Erfolgsstory: Tolga
Tolga ist 31 Jahre alt und kommt aus der Türkei. Er wanderte als kleines Kind zusammen mit seiner Familie nach Deutschland aus. Er machte hier seinen Schulabschluss und bekam seine erste Stelle in der Verkaufs- und Kundenserviceabteilung eines großen Telekommunikationsunternehmes. Während seines ersten Urlaubs in die Türkei lernte er seine jetzige Frau kennen – Kasia, die aus Polen kommt und genau wie Tolga in der Türkei gerade Urlaub machte. Die beiden heirateten und zogen nach Polen. Die Entscheidung, aus Deutschland nach Polen zu ziehen, bereut Tolga nicht.

Der Anfang in Polen war auf jeden Fall nicht einfach für ihn. Er hatte Schwierigkeiten, Arbeit zu finden, weil er der polnischen Sprache nicht mächtig war. Nach langer Zeit fand er einen Job in einem Restaurant, das überwiegend von ausländischen Gästen besucht wurde. Das war nicht gerade sein Traumberuf, aber er konnte dort die Sprachen sprechen, die er am besten beherrschte: Deutsch und Englisch. Außerdem konnte Tolga am Arbeitsplatz sein Polnisch verbessern, weil er darin nur passive Kenntnisse hatte, als er die Stelle bekam. Er konnte viel verstehen, nur sprechen konnte er nicht. Er bediente seine ausländischen Gäste und gleichzeitig hörte er seinen Arbeitskollegen und den polnischen Gästen aufmerksam zu. So erweiterte er seinen Wortschatz immer mehr und begann, auch Polnisch zu sprechen.

Heute arbeitet Tolga nicht mehr im Restaurant. Er hat eine Stelle in einer internationalen Telekommunikationsgesellschaft bekommen. Das war nur möglich, weil er so viele Fremdsprachen beherrscht: Deutsch, Englisch, Polnisch und seine Muttersprache Türkisch. Anfangs arbeitete er als Callcenter Mitarbeiter für polnische und ausländische Kunden. Er konnte von seinen Kenntnissen in Türkisch Gebrauch machen, weil das Unternehmen auch auf dem türkischen Markt aktiv war. Vor kurzem wurde er im Unternehmen befördert. Er leitet heute die Kundenserviceabteilung.


Erfolgstory: Marina
Marina ist 27 und kommt aus der Ukraine. Sie kam vor 8 Jahren nach Polen, um zu studieren. Nach 5 Jahren Studium erreichte sie ihren Master in Soziologie. Nachdem sie ihr Studium beendet hatte, ging sie zurück nach Lviv – ihrer Heimatstadt in der Ukraine. Leider konnte sie eine lange Zeit keine passende Arbeit finden.

Während ihres Aufenthalts in Lviv verbrachte sie ihre Tage damit, nach einem Job zu suchen und ihren ukrainischen Freunden zu helfen, die in Polen arbeiten wollten. Sie fragten sie über das Leben in Polen aus, wollten Empfehlungen für polnische Unternehmen haben, bei denen sie sich bewerben könnten und erkundigten sich nach dem Verfahren der Antragsstellung für ein polnisches Visum usw. Die Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche in Lviv brachten sie auf den Gedanken, zurück nach Polen zu gehen. Beim Überlegen, was sie in Polen tun könnte, wurde sie sich dessen bewusst, dass sie mit ihren Sprachkenntnissen in Ukrainisch, Russisch und Polnisch über umfangreiche Kompetenzen verfügte. Sie kam zum Schluss, dass sie von all dem profitieren und beruflich das erreichen kann, was sie bereits in Lviv für ihre Freunde getan hatte.

Marina beschloss eine Arbeitsagentur für ukrainische Staatsbürger zu eröffnen, die Arbeit in Polen suchten. Heutzutage lebt Marina in Warschau und leitet eine Jobagentur zusammen mit einem polnischen Kollegen. Die Agentur hat großen Erfolg bei der Vermittlung ukrainischer Arbeitssuchender an polnische Unternehmen.


Erfolgsstory: Jaroslava
Jaroslava ist 30 Jahre alt und kommt aus der Slowakei. Sie verließ ihre Heimat und zog nach Spanien, um an einer Universität zu studieren. Sie erreichte einen Hochschulabschluss, konnte aber keinen Job finden, der zu ihrer Qualifikation passte, obwohl sie fließend Spanisch sprach. Die wirtschaftliche Lage und die Situation auf dem Arbeitsmarkt machte es allen schwer: ihre Studienkollegen und Freunde kämpften alle um einen Job. Für sie war es sogar noch schwieriger.

Sie liebte es zu reisen. Als sie ein Angebot für einen Job in einem Callcenter in Indien bekam, sagte sie zu.Sie zog nach Indien und arbeitete dort die nächsten zwei Jahre. Verständigen konnte sie sich in dieser Zeit aufgrund des Englischunterrichts aus ihrer Schulzeit. Als der Job in Indien beendet war, kehrte sie nach Bratislava zurück, weil sie in Spanien keine Beschäftigung fand. Nachdem sie eine Zeit lang in ihrer Heimat viele verschiedene Jobs hatte, entschied sie sich, erneut nach Spanien zurückzugehen, und es noch einmal zu versuchen.

Diesmal fand sie eine Beschäftigung als Reiseführerin, die ihr sofort gefiel. Sie organisierte Reiseführungen für slowakische Touristen in ganz Spanien. Dieser Job gab ihr die Chance, ihre Liebe zum Reisen mit dem Wunsch in Spanien zu leben und ihrer Muttersprache in Einklang zu bringen.


Erfolgsstory: Isa
Isa stammt aus dem Irak. Er kam Mitte der 80er Jahre nach Polen, um zu studieren. Nachdem er ein Jahr lang Polnisch studiert hatte, begann er ein Studium an der Technischen Universität in Warschau. Nach 6 Jahren schloss er sein Studium im Bereich Landwirtschaftlicher Maschinenbau an der Technischen Universität in Warschau ab. Dann begann er sich auf dem Arbeitsmarkt in der Umgebung umzuschauen. Er blieb erfolglos und musste für mehrere Jahre verschiedene Teilzeitjobs annehmen, für die er aber überqualifiziert, und deshalb äußerst unzufrieden war.

Als Isa langsam merkte, dass er die Motivation für seine Arbeit verlor, entschied er sich dazu, sich noch mehr anzustrengen und einen stabileren und zufriedenstellenden Job zu suchen. In den 90er Jahren begannen immer mehr Leute ihren Urlaub in Arabisch sprechenden Ländern zu verbringen. Isa begann sich nach einem Job in einem Reiseunternehmen umzuschauen. Nach einigen Monaten fand er einen als Reiseführer für Reisen nach Ägypten. Isa ist zurzeit in einem renommierten Reiseunternehmen tätig. Seine Arbeit erfüllt ihn und ermöglicht ihm, seine Familie zu versorgen. Er verdient genug, so dass seine Frau nicht arbeiten gehen muss, sondern sich allein ihrer 3-jährigen Tochter widmen kann.


Erfolgsstory: Fevronia

Im Sommer 2006 entschieden Fevronia und ihr Ehemann ein neues Leben in Spanien, weit weg von Rumänien und von Familie und Freunden, zu starten. Sie beschlossen nach Madrid auszuwandern, obwohl sie nur gebrochenes Spanisch konnten. Trotzdem waren sie zuversichtlich, dass sie es schaffen würden. In diesen fünf Jahren hatten sie Schwierigkeiten, den richtigen Job zu finden, aber sie lernten viele Leute kennen, die ihnen viel beibringen konnten.

Fevronia versuchte, ihr Spanisch zu verbessern. Sie strengte sich an, weil sie der Meinung war, dass gute Sprachkennnisse der erste Schritt waren, einen Job zu finden. Fevronias erster Arbeitsplatz war in einem Spielzeugladen. Die direkte Arbeit mit den Kunden half ihr, ihre Kenntnisse in Spanisch zu verbessern und sich auf die bevorstehenden Jobinterviews vorzubereiten. Dann fand sie eine Stelle als Sekretärin in einer Anwaltskanzlei. Die Kanzlei verfügte zu dieser Zeit über viele rumänische Mandanten, so dass eine Angestellte mit Kenntnissen in Rumänisch sehr gelegen kam. Sie blieb in dieser Position für eine Zeit lang. Die meisten ihrer Aufgaben waren Verwaltungsaufgaben, so dass sie stets mit dem Gedanken spielte, sich einen neuen Job zu suchen. Sie hatte doch einen Hochschulabschluss in Rechtswissenschaften, also beschloss sie, sich einen besseren Job zu suchen.

Und es hat funktioniert! Ihre Muttersprache stellte sich als ein Vorteil heraus: ein sehr bekanntes Unternehmen wollte eine Filiale in Bukarest eröffnen und brauchte jemanden als Kontaktperson für den Hauptsitz in Madrid. Sie arbeitet nun schon seit 3 Jahren in diesem Unternehmen. In dieser Zeit hat sie die Anerkennung und das Vertrauen ihrer Vorgesetzten gewonnen. Sie ist fest davon überzeugt, dass der Schlüssel zum Erfolg beim Starten eines neuen Lebens im Ausland darin besteht, nicht aufzugeben und den starken Willen zu haben, hart zu arbeiten.


Erfolgsstory: Anna
Anna ist 36 Jahre alt und kommt ursprünglich aus Polen. Sie hat ihre Heimat verlassen, um mit ihrem deutschen Ehemann ein neues Leben zu beginnen. Das sollte die tollste Erfahrung ihres Lebens sein. Sie dachte, dass ihre Liebesgeschichte mit Andreas, der aufgeschlossen für neue Herausforderungen und andere Kulturen war, sich nur positiv auf ihr Leben in der neuen Heimat auswirken würde. Letztendlich war sie diejenige, die in der Schule, in der Sie arbeitete, die Deutschen und die deutsche Sprache vor ihren Schülern immer in Schutz genommen hatte.

Der Umzug nach Deutschland stellte sich als eine harte Erfahrung heraus, welche ihr ganzes Leben prägen würde, sowohl persönlich als auch beruflich. Am schwersten für sie war, gegen die Vorurteile anzukämpfen, die gegenüber Osteuropäern bestehen. Bei ihrer ersten Stelle – sie arbeitete als Sekretärin in einer Schule – hatte sie viele nette Kollegen. Da sie allerdings eine befristete Stelle hatte, musste sie sich bald eine neue Beschäftigung suchen. Erneut zu studieren lag nicht gerade auf der Hand, da die Universität ziemlich weit entfernt von ihrem Wohnort war. Trotzdem bewarb sie sich an einer Hochschule für eine Ausbildung zur Dolmetscherin und bekam einen Studienplatz. Aufgrund ihres ersten Hochschulabschlusses konnte sie das zweite Studium schnell hinter sich bringen, und so wurde sie in kurzer Zeit zur amtlich zugelassenen Dolmetscherin und Übersetzerin für Polnisch, Deutsch und Englisch.

Die Welt begann sie anzulächeln – das ist ein typischer polnischer Ausdruck für Glück. Nach ihrem Abschluss kam sie zu ihrem Mann zurück, eröffnete ein kleines Übersetzungsbüro und baute sich einen eigenen Kundenstamm auf. Gleichzeitig begann sie wieder als Lehrkraft zu arbeiten, weil sie Fremdsprachen liebt und ihrer Berufung treu bleiben wollte. Diese Entscheidung stellte sich als die beste berufliche Option überhaupt heraus: Erwachsenenbildung – Deutsch als Fremdsprache. Je nach dem was sie für Aufträge bekommt, sitzt Anna entweder als Dolmetscherin in Gerichtsverhandlungen oder sie übersetzt Urkunden zu Hause. Zurzeit versucht sie, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, indem sie gegen Vorurteile gegenüber „anders Sprechenden“ und „anders Denkenden“ kämpft.